Warum keine Pomeranian mehr?

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Warum ich keine Pomeranians mehr im Hundesalon nehme …

Das ist ein Beitrag, den ich lange vor mir hergeschoben habe. Ich mache es mir nicht leicht, und genau deshalb schreibe ich ihn auf, statt es nur am Telefon zu sagen. Ab sofort nehme ich keine Pomeranian (Zwergspitze) mehr für die Fellpflege an. Nicht, weil ich die kleinen Wuschel nicht mag – im Gegenteil. Sondern weil ich bei dieser Rasse zu oft an einen Punkt komme, an dem ich nur noch zwischen zwei schlechten Lösungen wählen kann. Und das will ich nicht mehr.

Ich erkläre dir gern, warum.

Das Fell vom Pom ist kein normales Hundefell

Ein Pomeranian hat ein doppeltes Fell. Unten die dichte, weiche Unterwolle, darüber das längere, festere Deckhaar. Beide Schichten haben eine Aufgabe. Das Deckhaar schützt die Haut vor Sonne, Regen und Schmutz. Die Unterwolle isoliert – im Winter gegen Kälte, im Sommer gegen Hitze. Zusammen sind sie so etwas wie die eingebaute Klimaanlage des Hundes.

Dieses System funktioniert nur, solange beide Schichten im Gleichgewicht bleiben. Und genau da fangen die Probleme an.

Scheren zerstört dieses Fell – oft für immer

Die Unterwolle wächst schneller nach als das Deckhaar. Wird ein Pom geschoren oder zu kurz geschnitten, schießt die Unterwolle hoch und nimmt dem Deckhaar buchstäblich den Platz weg. Das Deckhaar erstickt darunter. Was nachkommt, ist dann oft nur noch feine, watteartige Wolle – fleckig, struppig, ohne den festen, glänzenden Schutz von vorher. In manchen Fällen wächst das Deckhaar gar nicht mehr nach.

Dafür gibt es sogar einen Namen: Post-Clipping-Alopezie, also Haarlosigkeit nach der Schur. Bei einem normalen Hund wächst geschorenes Fell in drei, vier Monaten wieder durch. Beim Pom kann es ewig dauern – oder eben nie. Und das ist das Tückische: Man sieht es dem Hund nach dem Termin nicht an. Der Schaden zeigt sich erst Wochen später, wenn das Fell nicht zurückkommt.

Dazu kommt bei der Rasse die Veranlagung zur sogenannten Alopezie X oder Black Skin Disease – ein Haarausfall, bei dem das Fell symmetrisch ausfällt und die nackte Haut dunkel wird. Die genaue Ursache ist bis heute nicht geklärt. Klar ist nur: Ein zu kurzer Haarschnitt kann sie auslösen oder verschlimmern. Der berühmte „Boo“-Look, dieser rundgeschorene Teddybär aus dem Internet, hat hier viel Schaden angerichtet, weil ihn alle wollten.

Und genau hier sitzt mein Problem

Die meisten Poms, die bei mir auf dem Tisch landen, kommen nicht im Idealzustand. Sie kommen, weil vorher etwas schiefgelaufen ist.

Mal wurde der Hund woanders schon einmal geschoren, und das Fell ist seitdem nie wieder richtig geworden. Mal hat die Fellpflege zu Hause einfach nicht geklappt – verständlich, ein Pom ist viel Arbeit – und die Unterwolle ist über Wochen so verfilzt, dass sie als Matte fest an der Haut sitzt. Solche Verfilzungen kann ich nicht mehr ausbürsten. Das wäre eine Quälerei für den Hund. Dann bleibt mir nur, die Matten herauszuschneiden oder zu scheren. Und damit bin ich wieder bei dem Schaden von oben.

Ich sitze also da mit einem Hund, dessen Fell ich entweder gewaltsam bearbeite oder kurz mache – und in beiden Fällen ist es am Ende nicht schöner, sondern schlechter. Der Besitzer geht enttäuscht nach Hause, der Hund hat Stress gehabt, und ich habe mit meiner Arbeit etwas kaputtgemacht, das so vorher gar nicht heilbar war. Das fühlt sich falsch an. Jedes Mal.

Ich kann einem Pom-Fell, das schon vorgeschädigt oder verfilzt ankommt, kein gutes Ergebnis versprechen. Und ich möchte nicht mehr diejenige sein, die den letzten, sichtbaren Schaden anrichtet.

Was das für dich bedeutet, wenn du einen Pomeranian hast

Bitte versteh das nicht als Kritik an dir. Die wenigsten wissen vorher, wie heikel dieses Fell ist – das wird einem beim Welpenkauf selten dazugesagt.

Ein paar Dinge, die deinem Pom wirklich helfen:

  • Niemals scheren oder kurz schneiden lassen. Wenn überhaupt geschnitten wird, dann nur mit der Schere und nur so viel, dass das Deckhaar stehen bleibt.
  • Regelmäßig bürsten, bis auf die Haut. Am besten fast täglich, mit einer guten Zupfbürste. Das hält die Unterwolle in Schach, bevor sie verfilzt.
  • Such dir jemanden, der auf Spitze spezialisiert ist. Es gibt Hundefriseurinnen, die sich auf genau diese Rasse eingestellt haben und mit Alopezie und Mattenfell richtig umgehen können. Bei diesen Spezialisten ist dein Pom besser aufgehoben als bei mir – das sage ich ohne falsche Bescheidenheit.

Für alle anderen Vierbeiner bin ich natürlich weiter da

An meiner Freude an der Arbeit hat sich nichts geändert. Ich nehme nur diese eine Rasse aus, weil ich bei ihr zu oft das Gegenteil von dem erreiche, was ich erreichen will. Lieber sage ich ehrlich Nein, als dass ich so tue, als könnte ich etwas richten, das ich nicht richten kann.

Danke, dass du das so verstehst. Und falls du Fragen dazu hast – schreib mir oder ruf an, ich erklär’s dir gern noch mal in Ruhe.

Deine Kitti 🐾

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