Die meisten, die bei mir anrufen, sitzen gerade in einem Büro und haben einen Hund zu Hause, der schön aussieht, wenn er vom Friseur kommt. Irgendwann kommt der Gedanke: Das will ich auch machen. Hier steht, was dann wirklich auf Dich zukommt — ohne Beschönigung, aber auch ohne Schwarzmalerei.

Hundefriseur ist kein Ausbildungsberuf
In Deutschland gibt es keine staatlich geregelte Ausbildung zur Hundefriseurin, keinen Meisterbrief, keine Kammerprüfung. Das heißt zweierlei: Du kannst ohne Umweg einsteigen — und Du musst selbst entscheiden, wo Du das Handwerk lernst. Die Qualität schwankt in diesem Markt erheblich.
Der übliche Weg besteht aus zwei Teilen: Fachtheorie, oft online, und Praxis in einem echten Salon. Die Theorie kannst Du von überall machen. Praxis bekommst Du nur dort, wo echte Kunden ihre Hunde abgeben.
Was Du mitbringen solltest
Geduld, mehr als Du denkst. Ein unsicherer Hund braucht manchmal eine halbe Stunde, bis er überhaupt auf dem Tisch steht. Wer in dieser halben Stunde ungeduldig wird, ist im falschen Beruf.
Einen belastbaren Rücken. Das ist körperliche Arbeit: heben, halten, stehen, immer leicht gebeugt. Dazu Wasser, Wärme, Lärm vom Föhn.
Ein gutes Auge. Schnitte funktionieren nur, wenn Du Proportionen siehst. Das lässt sich lernen, aber es braucht Wiederholung.
Lust auf Menschen. Du arbeitest mit Hunden und verhandelst mit ihren Besitzern — über Preise, über Termine, und manchmal darüber, warum das Fell diesmal ab muss. Dazu habe ich schon einmal etwas geschrieben.
Was Du nicht brauchst: eine Vorbildung im Tierbereich. Wer bei mir den Schnupper-Tag macht, kommt fast immer aus einem ganz anderen Beruf.
So läuft der Quereinstieg ab
Erst hinschauen, dann buchen. Ein Tag im Salon zeigt Dir mehr als jede Broschüre: nasse Hunde, Haare überall, Kundengespräche zwischendurch. Manche merken an diesem Tag, dass es doch nichts für sie ist. Das sind 250 € gut angelegtes Geld.
Theorie nebenher. Fell- und Hautkunde, Rassestandards, Hygiene, Werkzeug. Das machst Du online, in Deinem Tempo, neben Job oder Familie.
Praxis in Blöcken. Bei mir kannst Du die Tage am Stück nehmen oder über Wochen verteilen, zum Beispiel einen Tag pro Woche. Wie das neben einem Vollzeitjob funktioniert, steht hier. Wer von weiter weg kommt, bündelt mehrere Tage und übernachtet in der Nachbarschaft: Das Bio Hotel Bayerischer Wirt in der Neuburger Str. 122 ist zwei Gehminuten entfernt, das QU Hotel Augsburg in der Kurt-Schumacher-Str. 6 und das Hotel Adler in der Neuburger Str. 238f jeweils rund zwei Kilometer.
Dann die eigenen ersten Hunde. Freunde, Familie, Nachbarn. Danach zahlende Kunden.
Was Du verdienen kannst
Feste Gehälter gibt es kaum, die meisten arbeiten selbstständig. Deshalb rechne lieber mit echten Zahlen: Eine Komplettpflege kostet je nach Größe 85 bis 180 €, und dafür steht jemand anderthalb bis dreieinhalb Stunden am Tisch. Davon gehen ab: Miete oder Raumkosten, Geräte, Pflegemittel, Versicherung, Steuern — und die Zeit für Telefon, Buchhaltung und Putzen, die niemand bezahlt.
Wer schnell und sauber arbeitet und Stammkunden hat, lebt davon gut. Am Anfang ist beides noch nicht da. Deshalb starten viele nebenberuflich und wechseln erst, wenn der Terminkalender voll ist.
Bevor Du Dich selbstständig machst
Gewerbe anmelden, Betriebshaftpflicht abschließen, Räume finden, die sich feucht reinigen lassen, und klären, was in Deiner Gemeinde erlaubt ist. Das ist kein Hexenwerk, aber es gehört vor den ersten Kunden, nicht danach.
Mein Rat
Fang mit einem Tag an, nicht mit einem Vertrag. Wenn Du nach acht Stunden im Salon immer noch Lust hast, ist das ein deutlich besseres Zeichen als jede Broschüre. Wie meine Ausbildung aufgebaut ist, steht hier, und was sie kostet, habe ich hier aufgeschrieben.
Häufige Fragen
Wie werde ich Hundefriseurin als Quereinsteigerin?
Eine Vorbildung im Tierbereich brauchst Du nicht. Der übliche Weg besteht aus Fachtheorie, meist online, und Praxis in einem echten Salon. Fang mit einem Schnupper-Tag an: Acht Stunden im Salonalltag zeigen Dir vor jeder größeren Entscheidung, ob der Beruf zu Dir passt.
Braucht man eine Ausbildung, um Hundefriseur zu werden?
Hundefriseur ist in Deutschland kein staatlich geregelter Ausbildungsberuf. Es gibt keine Kammerprüfung und keinen Meisterbrief. Üblich ist eine Kombination aus Fachtheorie, oft online, und Praxis in einem echten Hundesalon — die Qualität schwankt in diesem Markt allerdings erheblich.
Was verdient ein Hundefriseur?
Die meisten arbeiten selbstständig, feste Gehälter sind selten. Eine Komplettpflege kostet je nach Hundegröße 85 bis 180 € bei anderthalb bis dreieinhalb Stunden Arbeit. Davon gehen Raumkosten, Geräte, Pflegemittel, Versicherung und Steuern ab, dazu die unbezahlte Zeit für Telefon, Buchhaltung und Putzen.
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